Lady Delicious

Alvis

26. Dezember 2011
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Das Restaurant Alvis im Hotel Albrechts Hof liegt in Mitte unweit der Friedrichstraße, aber jenseits der Massenströme, in einer ruhigen Seitenstraße. Das Haus blickt auf eine lange Tradition zurück, besteht schon seit 100 Jahren und beherbergte sogar schon Martin Luther King.

Die Speisen sind auch recht traditionell, wenn auch mit einem gewissen Twist. Man besinnt sich hier auf Brandenburger Spezialitäten, die man modern interpretiert . Das gelingt zu weilen, aber nicht immer. Das Pilzsüppchen als erster Gang des Dezembermenüs schmeckte gut, die Pilze waren frisch und variantenreich, die Suppe cremig. Das Problem stellte der Hauptgang dar, die Galantine von der Ente, eine in Brühe gekochte Rollpastete, war trocken, die Kartoffeln mehlig und der Wirsing mit Speck überwürzt. Der Nachtisch hingegen, selbst gemachtes Mirabellenkompott mit Cassis Eis, versöhnte wieder.

Der Service war freundlich, die Weinauswahl überzeugend. Alles in allem sicher eine Möglichkeit, mal in Mitte abseits der Szene solide und bezahlbar essen zu gehen.
http://www.alvis-restaurant.de/de/das-restaurant.html

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Die Spindel

“Die Müggel ist bös”, dieser Satz stammt von Fontane, und manchmal haben Dichter nicht ganz Unrecht.
Dabei bin ich mit ganz anderen, nämlich positiven, Erwartungen in den fernen Osten aufgebrochen:
Der ehemalige Sommelier vom Rutz hat sich mit der Spindel selbständig gemacht, bekocht wird man von einem ehemaligen Koch des Vau und Tantrisableger, das kann doch nur gut werden, auch alle Kritiken waren voll des Lobes.
Der Auftakt war auch ganz prächtig, es gab fantastische Bouletten mit Gurken-Kartoffelsalat als amuse gueule. Dann kam die Vorspeise, eine Art italienischer Saumagen, der doch sehr intensiv nach Innereien schmeckte. Das wird wahrscheinlich korrekt zubereitet sein, aber sehr schade war, dass ich trotz mehrfachen Nachfragens nie eine Antwort bekam, was genau Saumagen sei, ja, hmm, sehr lecker, mehr konnte ich leider nicht erfahren, sonst hätte ich es wohl eher nicht bestellt. Als Begleitung gab es sehr guten Veltliner, immerhin.
Mit der darauffolgenden Weinbegleitung lief es nicht so glatt. Unaufgefordert wurde uns ein Rotwein, Cuvee V, kredenzt. Dieser war handwerklich sicher in Ordnung, nur hasse ich intensiven Holzausbau und den dazugehörigen Vanillegeschmack. Man versprach, mir etwas anderes zu bringen, ohne mich jedoch näher anzuhören, was ich vielleicht wolle. Außerdem dauerte es mindestens 15 min. bis ich etwas anders bekam. Auch dieser Versuch schlug fehl, der 3. Wein schmeckte. Das hat nix mit der Weinqualität zu tun, sondern mit dem Service. Dieser ist sehr jovial, aber auch sehr selbstgefällig, er macht das schon, Kundenwünsche sind Nebensache.
Wir wurden zur extremen Nebensache, als sich das Restaurant füllte, anscheinend lauter gute Freunde des Hauses, für diese wurde auch eine 95er Magnumflasche Rotwein aus dem Keller geholt, während ich auf dem Trockenen saß.
Und verhungert wäre ich auch bald, denn der 2. Gang kam nach 2 Stunden, Verzweiflung. Leider versagte hier auch noch die Küche, es gab Allerlei von Lamm, (angekündigt waren 4 Varianten, wir bekamen 3,”ist aus”, warum spricht man nicht mit uns vorher?), und das war dem Preis von 21 € nicht angemessen. Das gebratene Stück war zu durch, das geschmorte sehr sehnig, die Leber trocken. Es war nicht so katastrophal, dass man es zurückgehenlassen konnte, aber das Preis-Leistungsverhältnis stimmte hier gar nicht.
Außerdem:
Inzwischen wollten wir nur noch weg.
Das Restaurant ist vom Ambiente sehr ansprechend und findet auch regen Zuspruch, aber uns hat es leider nicht glücklich gemacht.
Wir sind dann in den Westen zu guten Drinks in die Victoria Bar geflohen. Und alles wurde gut!

Bölschestr. 51, 12587 Berlin, 030 6452937

 www.spindel-berlin.de


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