High Tea in London, das muss sein. Aber nicht irgendwo, sondern im alt eingesessenen Berkeley Hotel, ums Eck von Harrods, wo sonst. Aber angestaubt ist diese location gar nicht. Die Einrichtung ist im art deco Stil, und die Törtchen sind absolut auf der Höhe der Zeit. Denn: Sie werden von Designern entworfen!
Man bekommt zu den kleinen Kunstwerken, welche den Design-Kleidern nachempfunden wurden, gleich Photos selbiger mitserviert, damit man die Ähnlichkeit auch beurteilen kann. Das einzige Problem: Isst man sie alle auf, passt man wohl nie in diese Kleider, egal! Und das Beste ist, man kann soviel nachbestellen, wie man möchte, genial!
The Berkeley, Wilton Place, Knightsbridge, London
Ein neuer Franzose im Prenzlauer Berg, in der Ausgehmeile in der Oderberger Straße, und noch dazu ein wirklich guter. Er deckt eine Lücke ab, die es so in Berlin noch gar nicht gibt, eher bodenständige Küche, aber in durchaus hippen Design. Vorne kann man durch die lange Fensterfront das Treiben beobachten, während man sich hinten am Kamin kuschelt. Der Laden ist eine Mischung aus Restaurant, Cafe und Bar, die Cocktails haben wir allerdings nicht probiert, dafür ausgiebig den Wein. Die Beratung dazu war sehr nett und auch noch kompetent, und so kosteten wir einen Beaujolais, nein, keinen primeur, der wirklich ganz köstlich und auch noch bezahlbar war. Beides gilt auch für die Speisen. Es gibt französische Hausmannskost, aber ungewöhnliche: Pochierte Eier in Rotwein und Zwiebeln, einen Auflauf aus Hackfleisch und Püree, Boeuf Bourguignon, alles super. Der Besitzer ist erst seit 6 Monaten in Berlin, aus Paris kommend, weil er sich seinen Traum vom eigenen Restaurant erfüllen wollte, und keine Lust mehr auf seinen IT-Job hatte. Er hatte auch London im Visier, aber da war ihm die Konkurrenz zu groß, da haben wir Glück gehabt!
Oderberger Straße 22, 10435 Berlin, Tel.: 030-44044702
Whisky-Dinner sind gerade angesagt, ich hatte schon einiges darüber gelesen, u.a. in enem schönen Artikel im Tagesspiegel, war aber noch nie in den Genuss gekommen, Whisky zum Essen zu trinken, eher vorher oder nachher, bis auf eine einzige Ausnahme in Bowmore, wo ich eine überbackene Auster bekam und dazu eben den namensgebenden Whisky des Ortes. Das war recht lecker und so war ich hocherfreut, an einem Dinner im Regents teilnehmen zu dürfen, welches Whiskys von Diageo mit Küche von dem 2-Sterne-Koch Christian Lohse verband, hmmm. Es gab einen 12jährigen Linkwood zu Steinpilzrisotto, Oban, 14 Jahr, zu Perlhuhnbrust, 16jährigen Mortlach zu Käse und Cardu, 12 Jahre zu wärmem Schokotörtchen. Das alles schmeckte erstaunlich gut. Wie bei Wein, so kann auch hier ein positver Synergieeffekt zwischen Speis und Trank entstehen. Nur ergibt sich das Problem, dass man gewöhnlich mehr Flüssigkeit beim Essen zu sich nimmt als 2 cl. Da ich Whisky eher unverdünnt mag, würde das wohl auf Dauer ein kleines Leberproblem geben. Egal. Der Abschluss war gleichzeitig der Höhepunkt des Abends, denn wir durften auch noch “The Masters Choice, Single Cask Selection” probieren. Die daran beteiligten Destillerien füllen jeweils nur ein einziges Fass ab, welches dann in diese Sammlung geht, welches die besondere Eigenart der Destillerie wiedergeben soll, aber mit einem besonderen Twist: Lagert der Whisky z.B. regulär im Bourbon-Fass, so wird eventuell ein Sherry-fass genommen und umgekehrt. Der für mich absolute Favorit war dabei der Mortlach, wirklich traumhaft, ausgewogen und harmonisch, mehr, mehr, mehr!!
Koreanisch ist im Trend. Nachdem die Küche in Berlin bisher weitgehend unbekannt war und nur von der koreanischen Gemeinde in traditionellen, zwar sehr leckeren, aber doch etwas angestaubten Restaurants genossen wurde, macht sich die 2. Generation auf, und entwicklet coole, hippe oder auch, wie in diesem Fall, eher imbissartige locations.
Das neue Restaurant in Kreuzberg wird aber durchaus auch von Koreaner gut besucht, aber jüngeren, und eben nun auch von ein paar Deutschen. Der Service ist grandios und erklärt die unbekannten Speisen begeistert und lehrreich. So gibt es Bibimbab, einen Reistopf mit sehr viel Gemüse, etwas Fleisch,einem Ei und scharfer Sauce, serviert in einem heißen Steintopf, oder einen Eintopf, dessen Name ich schon wirder vergessen habe, mit Schweinefleisch und Kimchi, einem 6 Wochen lang vergorenen Chinakohl.

Zu allem gibt es kleine Beilagen, wie scharfe Gurken, Bohnen, Sprossen, Glasnudeln und vieles mehr. Die Preise sind extrem moderat, die Hauptgerichte liegen bei 7 €. In diesem Restaurant wird eine beeindruckende Vielfalt geboten, nicht auf höchstem Niveau, das gibt es manchmal in den alt eingesessenen koreanischen Restaurants besser, aber doch durchaus lohnend auszuprobieren.
Gneisenaustr.8, 10961 Berlin, 030-48827992
Ein weiterer Chinese im chinatown der Kantstr. und zwar ein guter. Die Öffnungszeiten gehen bis tief in die Nacht, um 2:00 morgens findet man hier durchaus noch viele hungrige Chinesen, aber auch schon früh wird man mit köstlichen Dim Sums versorgt, um 12:00 mittags, am besten Sonntags, ist dies eine phantastische location, um asiatisch zu brunchen. Man sieh, fast rund um die Uhr wird man authentisch chinesisch versorgt. Häufig fallen hier größere Gruppen von Chinesen ein, die sich an runden Tischen niederlassen, und die Speisekarte rauf und runter bestellen, hmmmm.
Kantstr. 35, 10625 Berlin, 030 37591628
Berlins Mitte ist hipp und die Gegend um die Torstraße noch hipper. Da bietet es sich an, mit hippen Restaurants auch gleich zu expandieren. Die Betreiber vom Toca rouge, einem innovativen Chinesen in der Torstaße, haben einen zweiten Laden im Weinbergsweg aufgemacht. Und da Berliner ja was auf ihre Weltoffenheit geben (siehe der Blog: wie werde ich ein Berliner) heißt der Laden nicht etwas Dim Sum Hereos, sondern chinesisch politisch korrekt Yumcha Hereos. Das heißt nämlich Tee trinken, und zum Tee reicht man dann eben Dim Sums, kleine Teigtäschchen, und die sind ganz köstlich. Es gibt sie mit diversen Füllungen, mit Fleisch, Garnelen, Ingwer, Gemüse, gebraten oder gedämpft, aber es gibt auch größere Hauptgerichte, wie wirklich legendäre Rippchen. Man wird auch animiert, immer mehr zu bestellen, weil man in die Küche schauen kann, und lauter Bastkörbchen mit leckerem Inhalt auf einen warten. Die Einrichtung ist ansonsten schlicht, sehr modern, (unbedingt auf die Toiletten gehen!)und ist eine Mischung aus Imbiss und Restaurant. Es ist kein Ort zum stundenlangen Verweilen, doch durchaus ein Ort zum Wiederkommen.
Weinbergsweg 8, 10119 Berlin, Tel.: 030-76213035
Fleisch, Fleisch, Fleisch!!!! Vegetarier haben hier nichts zu suchen. Macht nichts, ich bin keiner. In der Auslage kann man schon das ganze Fleisch bewundern, was einem dann bereitet wird, gaaaaanz köstlich. Die sehr freundliche Bedinung riet zu Donald Russel Filet aus Irland. Wir folgten diesem Rat. Nach einer Vorspeisenplatte mit Lardo, pures Fett, hmmmmm, wurde dann unter unserer Aufsicht das Steak bereitet, man kann nämlich in die Küche schauen, ich liebe das. Der arme Koch fühlt sich sicher wie im Aquarium:

Dazu gab es Annakartoffeln, Rosmarienkartoffeln, Bohnen und eine eigene Sauce. Das Fleisch war extrem zart und auch wirklich medium gebraten, eher in Richtung rar, aber auf keinen Fall zu gar, was manchmal in deutschen Lokalen passiert. Einziges Manko, aber das ist sicher sehr subjektiv: Ich bin kein so großer Fan von Lavagrill, ich mag das räucherige Aroma eines richtigen Holzkohlegrills lieber, ja, und der Preis, ganz billig war der Abend nicht, aber wir haben, zugegen, auch Ruinard rose Champagner getrunken, sehr lecker, was steht sowas auch auf der Karte!

http://www.filetstueck-berlin.de/
Schönhauser Allee 45, 10435 Berlin, 030-48820304
Trinken, trinken, trinken, das war wohl das Motto der letzten Tage, arme Leber! Es fing mit einer super interessanten Gin Verkostung im Lebensstern an, bei der Phil Duff und Mike von der Triobar einen tollen Überblick über die verschiedenen Sorten und Arten von Gin boten, ganz phantastisch ein ganz alter Old Tom Gin, den wir dann leider ausgetrunken haben, und somit ist er für immer weg. es ging weiter zu den Travelling Mixologist in die Admiralsbar und den dazugehörigen Club, der aber noch ein wenig provisorisch war. Die Bar machte schon einen guten Eindruck, und ich hoffe, dass man dort von Gonzalo bald bemixt werden kann. Die Veranstaltung selbst fand ich dann weniger spannend. Bei der Masse litt dann doch die Qualität der Drinks.
Also, husch, ins Bett, und schnell erholt, und auf zum Bar Convent. Leider waren wir, und nicht nur wir, recht pünktlich, was mit einer Endlosschlage und dem Kommentar der Veranstalter belohnt wurde, sie hätten nicht damit gerechnet, dass so viele schon so früh kommen. Auf den Schreck gleich ein Drink, es gab Bloody Mary am Diageo Stand, bei der man sich das Salz und den Pfeffer aussuchen konnte, super Idee, bitte, bietet das doch mal in Bars an, ich wäre Fan. Aber man ist ja auch zur Bildung hier, also auf zum Tasting, 18 Sorten Rum, Dave Broom, der Vortragende, tanzte förmlich den Rum, und überzog 1 1/2 h, aber von mir aus hätte das noch länger dauern können. Mein Favorit war der Mount Gay XO.

So gestärkt, konnte es weiter gehen mit diversen leckeren Drinks, u.a. ein göttlicher Pisco sour, gemixt von Torsten aus dem Vis a Vis. Abends gab es dann diverse Anlaufmöglichkeiten inder ganzen Stadt. Berlin hat bezüglich der Barszene wirklich viel zu bieten.
Den nächsten Tag haben wir dann erstmal verschlafen, als wir zum Bar Convent kamen, gabs dann auch keine Schlange. Der Tag verlief dann ähnlich, noch ein Tasting, aber diesmal Rhum und Cachaca, nur 17 Sorten, und nur 1 h überzogen. Abends versagte dann die Leber, Ende!